You are here
Home > Kreatives

Jeder Tag gleich?

Es war ein warmer und sonniger Morgen, als ich mich aus meinem Bett quälte und ins Bad schleifte. Die Tür meines Badezimmers war weit aufgerissen. Ich hatte wie immer die gleichen Sachen an. Die gleiche graue Jogginghose und das immer gleiche schwarze T-Shirt. Endlich im Bad angekommen, stützte ich mich an meinem Waschbecken ab und atmete einmal tief durch. Nachdem ich den Wasserhahn aufgedreht hatte, formte ich meine Hände zu einer Schale, sodass das kühle Nass sich in meinen Händen sammelte. Ich schüttete es mir schließlich ins Gesicht. Leider half es nicht dagegen, dass ich aufwachte. Der Spiegel war in den letzten Jahren zu meinem schlimmsten Feind geworden. Ich sah immer, was für ein Schmerz und Leid ich erlebt hatte. Ich wusste nicht, wie lange ich das noch aushalten konnte. Wenn sogar ich mich nicht im Spiegel ansehen wollte, dann würden mich die Anderen auch nicht akzeptieren.

Ich ging schließlich ganz aus meinem Badezimmer, um mich umzuziehen. Aus der grauen Jogginghose wurde eine weit geschnittene Jeans und aus dem schwarzem T-Shirt wurde ein weißes oder eher gesagt ein graues. Ich mochte es gar nicht, in irgendeiner Art Aufsehen zu erregen. Nach einigen Minuten, die ich mit Ausziehen und Anziehen verbracht hatte, ging ich aus meinem Zimmer hinaus. Unten war alles still, nur eine kleine Maus huschte von einer Ecke zur anderen. Mein Leben war schon schlimm genug. Mich interessierte es eigentlich wenig, dass hier schon Mause rum liefen. Mein Heim war ehrlich gesagt schon sehr herunter gekommen. Na ja, wenn man noch nicht mal die Hilfe vom Jugendamt haben wollte und einfach abhaut, wenn sie dich in ein Jugendheim stecken, in dem du eigentlich nicht sein willst. Ich hatte wenigstens ein Dach über dem Kopf. . . . . .Na ja, wenn auch nicht mehr für lange. Mein Vermieter will mich in einem Monat raus haben, wenn ich nicht die Miete bezahle. Ich war am Ende. Ich wusste nicht, wo ich sonst wohnen würde oder wo ich mich wenigstens für eine kurze Zeitspanne absetzen könnte. Wünschen würde ich mir schon, endlich aus diesem Drecksloch rauszukommen und in etwas zu wohnen, was nicht so heruntergekommen ist. Ein Leben mit anderen, ein Leben mit Freunden, dass ist das, was ich mir am allermeisten wünsche. Ich ging schnurstracks in meine Küche und machte mir ein halbwegs gutes und nahrhaftes Essen. Leise aß ich mein Essen an dem großen runden Tisch, der mir schon sehr viel Platz bot. Nachdem ich damit fertig war, war es 9:54 Uhr. Wie jeden Morgen ging ich genau um 10 Uhr aus dem Haus und nahm etwas Fleischwurst mit. Ich fütterte gerne die streunenden Hunde in meiner Gegend. Ich wusste, wie sie sich fühlten. Der Bäcker in der Nähe meines Wohnortes gab mir immer etwas umsonst, sie wussten, dass ich große Probleme hatte. Mein Tag war wie immer, ich ging in den Park und setzte mich auf eine der Parkbank. Nach mindestens 1,5-2 Stunden ging ich wieder nach Hause. Ich hatte morgens nie viel zu tun, erst spät abends war bei mir viel los.

Unter anderem auch Essen holen und meine Wohnung, die so oder so später wieder dreckig wird, aufräumen und sauber machen. Es war nicht besonders viel aufzuräumen, aber dennoch war ich danach ziemlich fertig. Nach dem ganzen Rauf und Runter rennen der Treppen legte ich mich endlich wieder in mein halbwegs gemütliches Bett und schlief nach geschwiegenen 14 Minuten ruhig ein.

Leider hatte ich eine sehr unruhig Nacht…

 

Fortsetzung flogt . . . . . . .

 

Mandy (7f)

 

One thought on “Jeder Tag gleich?

Schreibe einen Kommentar

Top